Medienpädagogik - eine Querschnittsaufgabe der Schule
Die Verankerung medienpädagogischer Unterichtsinhalte ist in der Schule bislang zu kurz gekommen. Dafür gibt es hinreichend Belege in der einschlägigen Literatur.
Die Notwendigkeit der schulischen Medienerziehung ist in unserer Gesellschaft jedoch unbestritten. In NRW regeln verbindliche Erlasse die schulische Medienerziehung. Die Umsetzung dieser Erlasse ist allerdings zu bemängeln, denn weder von einer langfristigen Etablierung der Medienerziehung noch von einer auf „medienpädagogischen Maßnahmen gegründeten Schulentwicklung“ kann bis heute die Rede sein. Angesichts der von Experten auf 10 bis 15 Jahren veranschlagten Rezeptionszeit schulischer Neuerungen sind die Maßnahmen für eine verbindliche und nachhaltige Medienerziehung umso dringlicher.
Eine Intensivierung der Ausbildung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen bei der Entwicklung von Medienkompetenz setzt voraus, dass ihre Lehrkräfte medienpädagogisch ausgebildet wurden, medienkompetent sind.
Beim Blick auf den schulischen Einsatz zum Beispiel des Internets auf Seiten der Lehrenden zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Zwar nutzen Lehrer das Internet für die eigene Unterrichtsvorbereitung - nach eigenen Angaben zum Teil durchaus auch intensiv -, aber zum konkreten Einsatz des Internets als Lernmedium im Unterricht kommt es trotzdem nur selten. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass die meisten Lehrkräfte zwar das "medientechnische Handling" beherrschen, sich aber zum Einsatz digitaler Medien in der unterrichtlichen Praxis nicht entschließen können.
Zur Intensivierung einer medienpädagogischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen ist es notwendig, dieses mediendidaktische Defizit bei den Lehrkräften aufzuarbeiten.
Gleichzeitig ist es aber auch notwendig, dass die der Schule zugefallenen Querschnittsaufgaben durch schulinterne Verinbarungen in die bestehenden vertikalen Strukturen eingepflegt werden.
Die Schulorganisation ist geprägt durch einen vertikalen Aufbau. Fachlehrkräfte denken und handeln in vertikalen Kategorien. "Was muss ich als Fachlehrer in meinem Fach in welcher Jahrgangsstufe unterrichten?", lautet die zentrale Frage einer Lehrkraft. Die sequenzielle Abfolge von sinnvoll aufeinander aufbauenden Unterichtsinhalten in den Unterrichtsfächern ist zielmlich fest eingeschliffen. Das klappt meist recht gut in jeder Schule.
Dagegen bleiben die Querschnittsaufgaben meist der Freiwilligkeit der Fachlehrkräfte oder dem persönlichen Engagement Einzelner überlassen. Der Fachlehrer jeden Faches einer Schule muss aber auch um seine Verantwortung im Hinblick auf das Erreichen von Zielen bei den Querschnittsaufgaben wissen und entsprechend handeln. Dabei soll die Fachlehrkraft nicht fachfremde Inhalte in seinen Unterricht übernehmen, sondern sie muss die fachlichen Ziele mit den Zielen von Querschnittsaufageben sinnvoll aufeinander verknüpfen.
Fachliche Ansätze zu einer sinnvollen Aufgaben- und Inhaltsverknüpfung lassen sich problemlos finden.
Hierbe leisten gemeinsam vereinbarte und getragene "Unterrichts-Partituren" als Instrumente der Unterichtsentwicklung zur Koordination von fachlichen Unterrichtszielen, von Zielen aus den Querschnittsaufgaben der Schule und dem methodischen Konzept der Schule zur Ausgestaltung von Lehr- und Lernszenarien gute Dienste.








